
Die Bagger kommen näher – noch ist aber nicht Alles verloren !


Gutachten
„Kreative Milieus und offene Räume in Hamburg“
(Januar 2010, PDF, 143 Seiten, 68,7 MB)
Stellt
sich nur noch die Frage, wieso nur temporäre, die
Hafenwirtschaft nicht tangierende Nutzungen,
die indes
gemeinwohlfreundlich sind, gestattet werden? Hier ist kurz- und
langfristig Handlungsbedarf !

Gegen Abriss und Verödung
Das Atelier- und Werkstatthaus in der ehem. Zollstation am Alten Elbtunnel soll bleiben


Filme:
Hamburg, 18. Januar 2010
Liebe Leute,
wie Ihr vielleicht der Presse entnehmen habt, ist das Atelier-, Werkstatt- und Kulturhaus in der ehem. Zollstation Steinwerder am Alten Elbtunnel sehr akut vom Abriss bedroht. Grund hierfür ist der Wunsch von HPA, die ca. 300qm Grundfläche als Lagerfläche für die Sanierung des Alten Elbtunnels zu nutzen.
Nachdem nun die Bezirksversammlung Hamburg-Mitte einstimmig sich gegen den Abriss aussprach (17.09.2009, Drucksache 19/334/09), im Regionalausschuss Veddel-Wilhelmsburg vergangener Woche alle Fraktionen nicht von der Notwendigkeit eines Abrisses durch HPA überzeugt werden konnten (vgl. Neuer Ruf http://www.neuerruf.de/pages/Archiv/2010/media_Archiv_2010/NRW_KW_02-10.pdf) und das letzte Gespräch mit HPA am vergangenen Donnerstag ebenfalls ohne greifbaren Kompromiss endete, wenden wir uns in dieser Angelegenheit nun an Sie. Dies auch, weil uns von HPA signalisiert wurde, das einzig von „ganz oben“ noch Impulse wahrgenommen werden würden.
Aktueller Sachstand
Auf Wunsch von HPA wurde kurzfristig am 18.11.2009 eine Teilrückgabe der Liegenschaft vollzogen, um den Vollzug von notwendigen Abbruchmaßnahmen zu gewährleisten (s. nebenstehende Skizze). Mit den Abbrucharbeiten wurde am 16.1.2010 begonnen.

An die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben wurde das Hauptgebäude nicht übergeben. Gegen ein von der BIMA erwirktes Urteil bzgl. der Rückgabe der Liegenschaft, wurde Ende November 2009 fristgerecht und begründet Einspruch erhoben. Der Rechtsstreit dauert an und somit ist faktisch das Objekt seit dem 1.10.2010 besetzt.
Motivation für unser Vorgehen
2007 konnte eine Nutzungsüberlassung mit der BIMA erreicht werden, worauf zügig Ateliers und Werkstätten eingerichtet werden konnten, u.a. Anna Vuorenmaa / Malerin, Anne Funk / Modedesignerin, Bernhard Ludwig / Siebdruck-Werkstatt, Cyrus Ashrafi / Ambientmusik & Sound-Createur, Elisabeth Richnow / Künstlerin, Günther Weigel und Mark Jordan / Fahrradverleih und – reparatur, Kay Riechers / Fotograf, Martin Väterlein / Grafiker und Maler, Mathias Lintl / Projektentwicklung, Uwe Just / Fahrradmanufaktur, Anton Kunze / Gallerist, Marie-Luisa Witte / Grafikerin, Holger Kraus / FlexiblesFlimmern, Carsten Schüle / Food-Createur...
Ein attraktiver und sympathischer Treffpunkt wurde geschaffen, Tausende Gäste, Transitreisende, Touristen und Seemänner besuchten uns (s. folgende Seiten).

2008 wurde der Alte Ballsaal auf der Veddel temporär in Nutzung genommen, u.a. um zu prüfen ob ein Erhalt des ältesten Gebäude der Veddel möglich ist. HPA als Eigentümer hat dies verneint und Mitte 2009 das historische Zeugniss abgerissen.
2009 spitzte sich die Ateliersituation in Hamburg zu: Skam e.V. (Schöne Kunst Allen Menschen) musste den Tanzenden Türmen weichen, das Gängeviertel wurde wiederentdeck, das Frappant bietet über 100 Künstlern und Kulturschaffenden (noch) ein umkämpftes Arbeits- und Wirkungsfeld,....
Es ist nicht die Zeit, in der widerstandslos der weiteren Vernichtung von Räumen und Orten zugestimmt werden kann. Zudem gilt es einen Ort mit Geschichte zu sichern, der an einer bedeutenden Schnittstelle zwischen Kiez, Hafen und Elbinseln liegt. Außerdem – und da werden wir von vielen Sympathisanten unterstützt – muss HPA und FHH endlich akzeptieren, das insbesondere die Schnittstellen zwischen Stadt und Hafen nicht beliebig planierbar und verwertbar sind: Seelenlose Kiosklandschaften und banale Tünnefläden haben wir bereits genug.
Daher haben wir uns entschlossen, bis zum Ende, bei Ausschöpfen sämtlicher (auch rechtlicher) Instrumente und Maßnahmen, für den Erhalt des Gebäudes und einer kulturellen Nutzung zu streiten. Dies beinhaltet selbstverständlich auch einen konstruktiven Diskurs mit HPA über die Realisierung einer Baustelleneinrichtung, die den Fortbestand des Projektes nicht gefährdet.
Planungsvariante südlicher Ausgang Alter Elbtunnel während der Bauphase
Grundgedanken bei dieser Planungsvariante sind:
Übersichtliche und praktikable Verkehrsführung währen der Bauphasen.
Klare Trennung zwischen Verkehrs- und Baustellenzonen.
Vermeidung von Kreuzungsverkehr.
Erhalt des Hauptgebäudes der ehem. Zollstation, in dem sich Ateliers, Werkstätten und ein Ausstellungsraum befinden, sowie seiner Funktionalität (Versorgung mit Strom, Wasser, Telefon)
vertraglich geregelte Nutzungsüberlassung durch HPA an die derzeitigen Nutzer.
Im Einzelnen sind folgende Maßnahmen damit verbunden:
Drehung Kassenautomaten um 180 Grad für die Bauphase 1. Dies erscheint relativ einfach möglich, weil
1. Das komplette Segment sich in einem kleinen, containerähnlichen Behälter befindet
2. die Strom- und Datenkabeln oberirdisch angeschlossen sind.
Öffnung des Freihafenzauns am westlichen Personenaufzug für Fußgänger und Radfahrer während Bauphase 1.
(Teil-) Schließung der östlichen Rampe nach Westen während Bauphase 1.
Schematische Darstellung der einzelnen Funktionsflächen:

Perspektiven
Nach erfolgreicher Einigung mit HPA über den Fortbestand des Atelier-, Werkstatt- und Kulturhaus
in der ehem. Zollstation Steinwerder am Alten Elbtunnel ergibt sich eine Perspektive für die Projekt, die es uns ermöglicht, ein attraktives Angebot und finanziell tragfähiges Betreiberkonzept umzusetzen.
Bereitstellung von sechs kostengünstigen Ateliers für Künstler und Kulturschaffende
Bereitstellung von 3 Werkstatträumen für Siebdruck und Fahrradservice (u.a. hat die Stiftung Berufliche Bildung SBB Wilhelmsburg Interesse bekundet, eine Außenstelle im Rahmen des Projektes Fahrrad-Insel-Touren dort zu betreiben.
Betrieb eines Ausstellungsort mit wechselnden Programm (u.a. hat die Akademie einer anderen Stadt für das IBA 2010 Präsentationsjahr ihr Interesse bekundet, die Räumlichkeiten mit zu nutzen. Das bekannte Hamburger Kurzfilmfest hat ebenfalls Interesse an Anführungen signalisiert, wie auch das Netzwerk „Musik auf den Elbinseln“).
Betrieb einer Kaffeeklappe für Touristen, Transitreisende und Seemänner.
Die Einnahmen dienen der Deckung der laufenden Betriebskosten, einer moderaten Miete, des künstlerischen Programms und zur Ablösung von Restforderungen der BIMA.
Das Objekt ist auch ohne Veränderung der äußeren Hülle unter energetischen Gesichtspunkten sinnvoll zu betreiben, da insb. im Winter eine angenehme Arbeitsumgebung in den einzelnen Räumen durch punktuelle Wärmequellen (z.B. Strahlungsheizkörper) erreicht werden kann. Die hierfür notwendigen Investitionen bedingen eine hinreichende Nutzungsdauer.
Alternativszenario
Denkbar ist auch ein Verbleib einer reduzierten Nutzung an diesem Ort während der Bauphase. Die kann u.a. in Containern erfolgen, die auf die einlagig gestellten Baustellencontainer gesetzt werden und über einen separaten Zugang erschlossen werden und somit den Baustellenbetrieb nicht tangieren. Dabei muss dies gar nicht so hoch geschichtet werden, wie die nachfolgende Skizze dies darstellt.

Langfristig ist unser Hauptanliegen, diesen Ort und eine kulturelle, der Allgemeinheit nützliche Nutzung zu sichern. Daher würden wir gerne auch erörtern, ob einen Anhandgabe des Geländes möglich ist, so das wir einen entsprechenden Neubau dort mit Investoren planen können, der dann nach der Bauphase errichtet werden kann.
Fazit
Dieser Ort verdient Aufmerksamkeit und Fürsorge.
Die ehemalige Zollstation am Alten Elbtunnel kann während und nach der Sanierungsphase der Tunnelröhren betrieben werden und weiterhin ein reizvoller Ort für verschiedenste Nutzer sein.
Mit viel Engagement und Kreativität können wir einen Ort erhalten, der zum verweilen, arbeiten und genießen einlädt.
Daher bitten wir den Senat dahingehend zu wirken, das HPA sich unserem Anliegen annähert und wir zeitnah eine allseits akzeptable Lösung finden.








+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
Offene Erklärung
der Nutzer des Atelier-, Werkstatt- und Kulturhaus in der ehem. Zollstation am Alten Elbtunnel, das vom Abriss durch HPA bedroht ist.
Im Folgenden beschreiben wir die Rahmenbedingungen, aufgrund derer wir uns entschlossen haben, das Objekt „Am Alten Elbtunnel“ vorerst nicht der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben zu übergeben, damit Hamburg Port Authority es Abreißen lässt:
1. Die Bezirksversammlung Hamburg-Mitte hat am 17.09.2009 einstimmig die Drucksache 19/334/09 „Zollamt am Alten Elbtunnel erhalten“ beschlossen.
„…Der Bezirksamtsleiter wird gebeten sich dafür einzusetzen,
1. Vor einem Abriss müssen Gespräche mit den zuständigen Behörden stattfinden in denen versucht wird Lösungen zu finden, diese Gebäude möglichst umfassend zu erhalten.
2. Es soll geprüft werden, ob eine Unterschutzstellung der gesamten Anlage oder von Teilen der Anlage möglich und sinnvoll ist.
3. Es soll ermöglicht werden, die momentane Nutzung durch Fahrradwerkstatt, Künstler u.a. zu erhalten und mittelfristig abzusichern.
4. Alternativ wird Hamburg Port Authority gebeten, sollte der Abriss unvermeidbar sein, zusammen mit den Nutzern eine kurzfristige als auch eine langfristige Perspektive vor dem Abriss für einen Standort zu entwickeln.“ (s. Anlage 1)
Wir sehen es als unsere Pflicht als Bürger dieser Stadt an, das den politischen Gremien und der Verwaltung die Zeit eingeräumt wird, um Beschlüsse umzusetzen, noch bevor sie z.B. durch Abriss von Gebäuden vor vollendete Tatsachen gestellt werden.
2. Auf Veranlassung eines Hamburger Bürgers erfolgte durch das Denkmalschutzamt am Montag, 21 September 2009 eine Inaugenscheinnahme vor Ort mit dem Ziel, zu prüfen, ob die Anlage in Gänze oder in Teilen schützenswürdig ist.
Eine abschließende Beurteilung steht noch aus.
3. Derzeit bestehen Überlegungen, sich zeitnah an den Petitionsausschuss der Hamburger Bürgerschaft zu wenden, mit der Bitte um Überprüfung der Handlungen von HPA, die das Projekt „Am Alten Elbtunnel 2“ gefährden.
Eine Befassung mit der Petition hat i.d.R. aufschiebenden Charakter.
4. Über 300 Unterstützer haben binnen weniger Tage schriftlich / online Ihren Wunsch zum Ausdruck gebracht, dass es eine andere Lösung geben muss als Abriss und Vernichtung des Projektes (s. Anlage 2a und 2b). Weitere Einträge erfolgen täglich www.petitiononline.com/zollhaus/petition.html. Das Hamburger Abendblatt hat ebenfalls die Situation richtig beschrieben: HPA hat bislang nicht nachgewiesen, das ein Abriss unvermeidbar ist. (s. Anlage 3).
Wir fühlen uns diesen und den vielen anderen uns unterstützenden Menschen verpflichtet, die Möglichkeiten auszuloten, die wir in der Petition beschrieben haben.
5. Aktuell wird geprüft, ob ein Bürgerbegehren eingeleitet wird. „Vielfalt statt Verödung am Alten Elbtunnel“. Sinngemäß soll die Frage gestellt werden: „Sind Sie dafür, dass der Bezirk Hamburg-Mitte sich beim Hamburger Senat dafür einsetzt, die Fläche rund um den südlichen Ausgang des Alten Elbtunnels (Hamburg-Steinwerder), auf dem u.a. derzeit das ehemalige Zollamt Steinwerder sich befindet, welches von Künstlern und Kreativen zu einen attraktiven Kulturort & Treffpunkt ausgebaut wird, aus dem Hafengebiet zu entlassen und dieser Ort einer „zivilen“, nicht ausschließlich hafentypischer Nutzung zur Verfügung gestellt wird?“
Über die Zulässigkeit eines Bürgerbegehrens entscheidet das Bezirksamt innerhalb von 2 Monaten nach Eingang des Bürgerbegehrens. Gegen die Zurückweisung eines Bürgerbegehrens können die Vertrauensleute des Bürgerbegehrens Klage erheben.
6. Interview mit dem Bezirksamtsleiter Mitte, Markus Schreiber
"Fast alle können dort bleiben" / TAZ, 23 Sept 2009 (s. Anlage 4)
TAZ: Was wäre Ihre Lieblingslösung für Viertel und Künstler?
Schreiber: „… Ich kann mir auch vorstellen, dass wir ihnen bezahlbare Ateliers zur Verfügung stellen - aber ich frage mich: Wo kann man eigentlich Kunst machen? Ist es wichtig, dass das in der Nähe St. Paulis passiert? Oder geht das in Wilhelmsburg auch? Dort bieten wir gerade Künstlerräume an - aber da will kein Schwein hin.
TAZ : Warum gerade Wilhelmsburg?
Schreiber: Weil wir dort eine Internationale Bauausstellung vorhaben, und da soll etwas vorgezeigt werden. Wir wollen die Künstler nutzen, um eine Atmosphäre zu schaffen. Die Künstler kommen zuerst, dann wird der Stadtteil aufgewertet. Gentrifiziert. Die sind die Vorhut.
TAZ: Es geht darum, mit einer gezielten Künstlerinjektion den Stadtteil zu verändern.
Schreiber: Klar. Das wollen die Künstler wohl nicht: einen Stadtteil aufwerten - aber sie tun es.
Wir wollen zeigen, das an den inneren Peripherien (wie hier am Hafenrand) sehr gut Schaffens- und Präsentationsensorte für Künstler & Kreative entstehen können, ohne das dabei Bevölkerungsgruppen durch Gentrifizierungsprozesse verdrängt werden oder z.B. die Hafennutzung beeinträchtigt wird. Dies ist zur Förderung einer Stadt, die mit Weitsicht wachsen will, von großer Bedeutung.
7. Entgegen ersten Gesprächen mit HPA, wonach uns bei der Suche von Alternativstandorten weitreichend geholfen werden sollte, ist die nun von HPA vertretende Position für uns nicht akzeptabel. Die von uns unterbreiteten Varianten wurden offensichtlich nicht geprüft oder der Ermessensspielraum wurde nicht ausgeschöpft. Wir benötigen Arbeitsraum. Keinen Lagercontainer für zwei Monate.
Es scheint Bedarf an weiteren Gesprächen zu bestehen, um zu einer Lösung zu gelangen. Dies braucht Zeit und Willen zur Kooperation. Wir hoffen auf einen guten, einvernehmlichen Kompromiss.
Hamburg, 29. Sept 2009, Nutzer des Atelier-, Werkstatt- und Kulturhaus in der ehem. Zollstation
Am Elbtunnel 2, 20457 Hamburg, Tel 040-76977245 / info@alterelbtunnel.info / www.alterelbtunnel.info
+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
>>> zur ONLINE-Petition >>> zur Print-Version
Gegen Abriss und Verödung
Das Atelier- und Werkstatthaus in der ehem. Zollstation am Alten Elbtunnel soll bleiben
Der Alte Elbtunnel ist eine bedeutende Attraktion für Touristen und eine wichtige Wegebeziehung zwischen Wilhelmsburg, dem Hafen und der Nordseite der Elbe. Jahrelang fristete die Südseite des Alten Elbtunnels ein tristes Dasein. Vor zwei Jahren übernahmen Künstler und Kreative das Alte Zollamt, um Ateliers, Werkstätten und einen Ausstellungs- und Veranstaltungsort zu schaffen. Seitdem fanden mehrere Ausstellungen, Konzerte, Kulturveranstaltungen und Feste statt, die sich stets großer Beliebtheit erfreuten. Zudem schätzen Transitreisende die Fahrrad-Servicestation, Seeleute den Fahrradverleih, Touristen den Kaffee und die guten Informationen rund um Hamburg und den Hafen. Außerdem lädt dieser Ort zum gemütlichen, entspannten Verweilen ein, abseits der massentouristischen Angebote an den Landungsbrücken. Ein echter Geheimtipp auch für auswärtige Hamburgentdecker.
Dieses Kleinod ist nun in Gefahr, weil Hamburg Port Authority (HPA ist eine 100% städtische Gesellschaft) zeitnah beabsichtigt, den Platz vor dem Alten Elbtunnel zu räumen. Abermals soll somit ein Ort mit kreativer Kraft von der Hamburger Landkarte verschwinden, der weit mehr ist als „nur“ Atelier- und Arbeitsort.
Wir fordern daher Hamburg Port Authority auf:
· Keine kurzfristige Räumung des Geländes und Abbruch der Gebäude.
· Aufnahme von Gesprächen mit den Künstlern und Kreativen am Alten Elbtunnel, um gemeinsam Lösungen zu finden, diesen Ort für Kunst, Kultur & Service zu sichern.
· Anerkennung, dass der Hafen weit mehr Potenzial bietet, als einen ausschließlich logistisch und industriell genutzten Funktionsraum.
· Förderung von Freundlichkeit, Durchlässigkeit und Nutzungsmischung im Hafen, dort wo es möglich ist.
Betreiber des Atelier- und Werkstatthaus Alter Elbtunnel.
Am Elbtunnel 2, 20457 Hamburg, Tel. 040-769 77 245, www.alterelbtunnel.info , info@alterelbtunnel.info
+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
BEZIRKSVERSAMMLUNG
HAMBURG-MITTE: Drucksache 19/334/09
19. Wahlperiode 19.2009:
Interfraktioneller Antrag
der Abgeordneten Jutta Kodrzynski, Dr. Michael Osterburg (GAL) Klaus Lübke, Inan Bayram, Fred Rebensdorf (SPD) und Fraktionen vom 15.09.2009
Betr.: Zollamt am Alten Elbtunnel erhalten
einstimmig angenommen !
Der Alte Elbtunnel ist eine bedeutende Attraktion für Touristen und eine wichtige Wegebeziehung zwischen Wilhelmsburg, dem Hafen und der Nordseite der Elbe. Dies insbesondere auch von Menschen die mit dem Rad unterwegs sind. Jahrelang fristete die Südseite des Alten Elbtunnels ein tristes Dasein.
Vor
zwei Jahren übernahmen Künstler und Kreative das Alte
Zollamt, um Ateliers, Werkstätten und einen Ausstellungs- und
Veranstaltungsort zu schaffen. Seitdem fanden mehrere Ausstellungen,
Konzerte, Kulturveranstaltungen wie Kinovorführungen u.Ä.
sowie Feste statt, die sich stets großer Beliebtheit erfreuten.
Zudem schätzen Transitreisende die Fahrrad-Servicestation,
Seeleute den Fahrradverleih, Touristen den Kaffee und die guten
Informationen rund um Hamburg und den Hafen. Außerdem lädt
dieser Ort zum gemütlichen, entspannten Verweilen ein, abseits
der massentouristischen Angebote an den Landungsbrücken. Ein
echter Geheimtipp auch für auswärtige
Hamburgentdecker.
Dieses Kleinod ist nun in Gefahr, weil
Hamburg Port Authority zeitnah beabsichtigt, den Platz vor dem
Alten Elbtunnel zu räumen. Es steht zu befürchten, dass
alle Gebäude, im Rahmen der Renovierung des Elbtunnels,
abgerissen werden.
Neben der Nutzung als Transitraum zwischen Hamburg und Wilhelmsburg, hier findet der Sprung über die Elbe sichtbar statt, ist das gesamte Ensemble ein noch sichtbares und erlebbares Zeichen für die Zollgrenze welche die Entwicklung im Hamburger Süden ganz maßgeblich geprägt hat. Der Südausgang des Elbtunnels und das Reiherstiegviertel werden, obwohl nicht im Stadtteil Wilhelmsburg gelegen, von Leuten südlich der Elbe als Einheit und als Übergang nach Altona betrachtet.
Des Weiteren werden gerade Projekte in Wilhelmsburg angestoßen, die den Stadtteil zu einem fahrradfreundlichen Stadtteil entwickeln sollen. Hierfür kann dieser Stützpunkt eine wichtige Ankerfunktion erfüllen und die weitere Entwicklung maßgeblich unterstützen und vorantreiben.
Dies vorausgeschickt, möge die Bezirksversammlung Hamburg-Mitte beschließen:
Der Bezirksamtsleiter wird gebeten sich dafür einzusetzen,
1. Vor einem Abriss müssen Gespräche mit den zuständigen Behörden stattfinden in denen versucht wird Lösungen zu finden, diese Gebäude möglichst umfassend zu erhalten.
2. Es soll geprüft werden, ob eine Unterschutzstellung der gesamten Anlage oder von Teilen der Anlage möglich und sinnvoll ist.
3. Es soll ermöglicht werden, die momentane Nutzung durch Fahrradwerkstatt, Künstler u.a. zu erhalten und mittelfristig abzusichern.
4. Alternativ wird Hamburg Port Authority gebeten, sollte der Abriss unvermeidbar sein, zusammen mit den Nutzern eine kurzfristige als auch eine langfristige Perspektive vor dem Abriss für einen Standort zu entwickeln.